Nanopartikel gegen Pickel?

Nanopartikel sind für das Auge unsichtbare Teilchen in 10.000stel Millimeter Größe – ein Haar hat einen Durchmesser von 70.000 Nanometern (nm). Nicht nur wirksame Arzneimittel gegen Neurodermitis nutzen Nanotechnologie:
 
Nanoträger in Emulsionen, Gelen und Cremes transportieren neuartige Arzneistoffe zur Bekämpfung der Pickel tief in die Haut, wo sie ausgezeichnet aufgenommen werden. Während herkömmliche Hautcreme-Grundlagen meist an der Hornschicht der Haut scheitern, wird hier der Wirkstoff unmittelbar im Bereich der Talgdrüsen freigesetzt.
 

Wie Nanopartikel im Einzelnen wirken

Vielleicht kennen Sie diesen neuartigen Sonnenschutz bereits? Mineralisch mit Nano-Titandioxid angereichert, reflektiert er die Strahlung – besonders empfindliche Haut profitiert. Neurodermitiker schwören auf die Silberwäsche: Sie umhüllt Bekleidungsfasern mit winzigen, antimikrobiellen Silberionen und reduziert so Keimwachstum und Hautreizungen.

Dermatologisch geprüfte Nano-Mikropolymere saugen zu viel produzierten Talg sofort ab. Diese Cremes oder Ampullenkuren mit Depotwirkung verstopfen die Porennicht: Weniger Pickel und Mitesser entstehen, Talgproduktion und Entzündungen gegen zurück. Passende öl- und fettfreie Make-ups wirken über natürliche, antibiotische Pflanzenextrakte präventiv. Einige Kosmetika arbeiten mit Kombinationen aus Nanotechnologie und Kokosnussöl oder hautklärendem Vitamin C: Massieren Sie diese Produkte sparsam, aber intensiv ein – die sorgfältige Vorabreinigung bitte nicht vergessen.
 

Nanopartikel – gesundheitlich unbedenklich?

Umweltbundesamt (UBA) und Bundesinstitut für Risikobewertung betrachten einen Teil der mit Nanotechnologie hergestellten Kosmetika mit Skepsis: Was passiert, wenn sich z. B. Partikelsilberionenhaltiger Produkte im Körper anhäufen? Der Effekt von Nanopartikeln auf Umwelt und menschliche Gesundheit ist noch nicht komplett erforscht, rechtliche Rahmenbedingungen und Kennzeichnungspflicht stehen noch aus.


Neugierig? Die Webpräsenz des Bundesforschungsministeriums präsentiert einen Überblick aktueller Forschungsgebiete: Neben Nanotechnologie-Forschung im Dienst leichtfließender Zahnpasta oder pflegeleichter Textilien unterstützen Förderprogramme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) auch die Entwicklung nanotechnologischer Produkte zur Bekämpfung von Hauterkrankungen.

Denn: Wirksame, gut verträgliche Kosmetika sind das Ziel einer Forschung, die bereits Wichtiges erreicht hat: Mit Nanopartikeln lässt sich die Aufnahme von Wirkstoffen gezielt steuern.