Hast du dich schon einmal gefragt, was Akne denn nun eigentlich ist, wie ein Pickel zustande kommt oder warum einige Menschen ständig Pickel bekommen, andere aber fast gänzlich verschont bleiben? Die Antwort auf diese Fragen ist gar nicht so einfach, wie man sich vorstellen möchte. Die Entstehung von Akne beruht vielmehr auf einer mehr oder weniger komplexen Verkettung von Umständen, an deren Ende dann schließlich ein Pickel entstehen kann. Muss er aber nicht in jedem Fall:
Wie man weiß, ist die Haut überzogen mit kleinen Öffnungen in denen jeweils ein Härchen sitzt. An der Wurzel dieses Härchens liegt eine Drüse, die Talg bildet und absondert. Dieser Talg – eine ölige Flüssigkeit – wird neben abgestorbenen Zellen durch den Haarkanal an die Hautoberfläche abgeführt. Hier legt er sich als dünner Film auf die Haut und schützt sie vor Austrocknung und schädlichen Umwelteinflüssen.
Es kommt vor, dass die Poren, aus denen Talg und Hautzellen austreten sollten, verstopfen. Das kann mehrere Gründe haben, die bei weitem häufigste Ursache für solche Verstopfungen, aus denen dann Akne resultiert, ist aber eine erhöhte Talgproduktion. Diese wird hervorgerufen durch die verstärkte Ausschüttung von bestimmten Hormonen, zu denen vor allem männliche Sexualhormone, die Androgene, zählen. Das Testosteron ist das bekannteste Beispiel für ein solches Hormon. Männliche Sexualhormone werden auch vom weiblichen Körper hergestellt, weshalb auch Mädchen und Frauen Pickel bekommen können. Die Erhöhung der Talgproduktion lässt allerdings weniger auf eine besonders hohe Ausschüttung von Androgenen schließen als auf eine erhöhte Sensibilität der Haut. Diese reagiert bei manchen Menschen einfach empfindlicher auf Veränderungen des Hormonspiegels und erhöht die Talgproduktion schon bei geringen Schwankungen.
Werden zu viel Talg produziert und die toten Zellen nicht schnell genug an die Oberfläche der Haut abgeführt, setzt sich die Öffnung des Haarkanals zu. Der Haarkanal füllt sich in diesem Fall mit dem Gemisch aus Talg und Zellen, welches nicht mehr nach außen dringen kann, wie es eigentlich sein sollte. Eine solche verstopfte Pore, hinter der sich Talg und abgestorbene Zellen sammeln, nennt man einen Mitesser – genauer: einen „geschlossenen Weißkopf“. Geschlossen, weil die Porenöffnung eben verstopft ist. Sammelt sich allerdings mehr von dem Talg-Zell-Gemisch hinter der verschlossenen Öffnung des Haarkanals, baut sich ein Druck auf, der dazu führen kann, dass der Pfropf am oberen Ende des Kanals bricht und das Gemisch an die Oberfläche dringt. Diese Form eines Mitessers heißt dann „offener Schwarzkopf“, weil der Haarkanal wieder offen (wenn auch nicht frei) ist und hauteigene Farbpigmente das Talg-Zell-Gemisch dunkel färben, sobald es mit Luft in Berührung kommt. Das schwarze Pünktchen in der Pore ist also nicht auf Verunreinigungen zurückzuführen.
Ist der Pfropf am oberen Ende des Kanals erst durchgebrochen, kann das Talg-Zell-Gemisch allmählich entweichen und richtet keinen weiteren Schaden an. Ein solcher entsteht nur, wenn der geschlossene Weißkopf geschlossen bleibt. Dann nämlich finden Bakterien, wie sie auf jeder Haut zu finden sind, in dem festsitzenden Gemisch aus abgestorbenen Zellen und Talg optimale Lebensbedingungen vor. Vor allem das sogenannte Propionibacterium acnes vermehrt sich unter den beschriebenen Voraussetzungen besonders stark und produziert bei seinem Stoffwechsel Säuren, die aufgrund ihrer chemischen Aggressivität das Gewebe angreifen. Ganz besonders tragen sie zur Auflösung der Wand des Follikels bei, in dem der Talg vor seiner Abgabe in den Haarkanal gesammelt wird.
Der Körper wehrt sich gegen die Schädigung durch diese Bakterien und ihre Ausscheidungen, indem er versucht, die Fremdkörper und die durch sie verursachte Verunreinigung durch Eitern abzusondern. Die hieraus resultierende Ansammlung von Eiter hinter der verstopften Pore wird so zu einem Pickel.

